Metro Gallery - Zurich, Switzerland


 

                       

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15 September - 26 November 2011
Bob Ross made me do it!
DANIEL CHERBUIN


Opening reception: Thursday, 15. September 2011 at 18h00 
 
The artist will be present.


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OVERVIEW

   
 
DANIEL CHERBUIN
Sender und Rezipient II, 2011
21 x 32 cm (left), 21 x 32 cm (right)
video length: 13m36s, forex printed boards, 2 pcs. wood frames
AP 1-2, Editions 1-5
 
SENDER REZIPIENT
 
Ein Paradebeispiel wie eine verspielte Cherbuin-Skulptur sich mit überlagernden Bedeutungsebenen auflädt ist „Sender und Rezipient II“. Die Arbeit besteht aus drei weltbekannten Bildern:
 
-Die Familie Obama beim Fernsehschauen.
-Obama und seine Regierung, wie sie den Einsatz gegen Bin Ladin in einer Kommandozentrale verfolgen.
-Und Bin Ladin, der in seinem pakistanischen Versteck fern sieht.
 
Cherbuin montiert in Bin Ladins Fernseher einen Monitor, auf dem ein alter Technicolor-Trickfilm des „American Petroleum Institute“ zu sehen ist, der Ausserirdischen die Segnungen der Öl-Industrie erklärt. Die Fallhöhe erzeugt Komik: Hier der gefürchtete Finsterling und Terrorfürst, da der alte Trickfilme über die Vorteile Öl-basierter Gesellschaften.
 
Nun lässt sich die Skulptur so aufstellen, dass Obama entweder privat im Kreise der Familie zusieht, wie Bin Ladin Trickfilme schaut. Oder aber, man dreht den Block um 180 Grad, so dass Obama und die USRegierung Bin Ladin über die Schulter schauen.
 
Das Verhältnis Bin Ladin - USA ist hier so, dass Bin Ladin, der betrachtet wird, der Inhalt der Sendung ist, die von der USA rezipiert wird. Nun war Bin Ladin auch Sender entführter Flugzeuge, die die USA als Rezipienten trafen. Auf dem Bild mit seiner Regierung ist Obama dann der Sender der Navy Seals, die wiederum Bin Ladin zum Rezipienten tödlicher Kugeln machten.
 
PRIVAT VS. ÖFFENTLICH
 
Der Block mit Obama als Privatperson und als Präsidenten verweist sodann auf die Unterscheidung der öffentlichen und der privaten Sphäre und straft die Unterscheidung gleichzeitig Lügen. Wir alle sind medienbewusst genug, um zu wissen, dass keine zufälligen Schnappschüsse eines US-Präsidenten mit seiner Familie entstehen. Das, was sich als privat ausgibt, ist immer öffentlich. Genauso wie das Foto, das Bin Ladin vor dem TV zeigt, zwar Privatheit im trauten Heim vorgaukelt, aber ebenfalls das Ziel verfolgt haben dürfte, damit einer Öffentlichkeit etwas mitzuteilen.
 
Umgekehrt war die Aufnahme der US-Regierung, die rezipiert, wie Bin Ladins Versteck gestürmt wird, im Moment, als es geschossen wurde, nicht-öffentlich. Wäre die Mission fehlgeschlagen, das Bild wäre nicht veröffentlicht, wir nicht zu seinen Rezipienten geworden. Einen weiteren Doppelcharakter hat die Skulptur, da sie zugleich interaktiv und interpassiv funktioniert. Interaktiv, weil man entscheiden muss, ob der private Familien-Obama oder der US-Präsident Bin Ladin zuschaut. Interpassiv (nach Robert Pfaller), weil nicht wir Bin Ladin beim Sehen eines Trickfilms zusehen, sondern das durch Foto-Obama - sei’s privat oder als Präsident - vornehmen lassen können: So wie ein Videorekorder an unserer Stelle Fernsehen sieht.
   

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