Metro Gallery - Zurich, Switzerland


 

                       

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18 März – 13 Mai 2010
We Like You
GBC - GEBRÜDER BÜHLER
Kollektivareiten von Andreas Bühler & Alexander Bühler


Vernissages: Donnerstag, 18 März 2010 um 18h00 
 
In Anwesenheit der Künstler.



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Mit der Ausstellung We like you präsentiert die Galerie Mondejar in Zürich Kollektivarbeiten der Brüder Andreas (geb. 1963) und Alexander (geb. 1977) Bühler - auch bekannt unter dem Namen Gbc. Aufgewachsen sind die beiden in Niederswil, St.Gallen, und haben seitdem eigenständig ihre Kunst betrieben. Andreas lebt heute in Zürich und Alexander zwischen Berlin, Corapolo und Japan. Für beide aber waren ausgiebige Reisen gleichermassen prägend.

Die beiden haben 14 Jahre Altersunterschied und unterschiedliche Wege führten sie zu ihrem gegenwärtigen Schaffen. Andreas hat einen ETH-Abschluss in Physik, während Alexander am Chelsea College of Art seinen Abschluss gemacht hat. Alexanders Arbeit nahm in letzter Zeit die Gestalt von einfachen, geometrischen Formen und kleinen, plastischen Figuren an. Andreas malt und entwickelt grosse Installationsarbeiten. In der Ausstellung We like you wird eine Sammlung von Gemälden ausgestellt, die in der Zeit zwischen 2007 und Mitte 2009 entstanden sind, einer Zeit, die die beiden Brüder gemeinsam in Berlin verbracht haben. In der deutschen Hauptstadt, wo Zerfall und Wiederaufbau gleichermassen präsent sind, fanden die beiden Brüder eine Schnittstelle, an der sich ihre Persönlichkeiten ergänzten. Alexander, der jüngere, rastlose, optimistische Bruder und Andreas, der erfahrene, skeptische, aber nicht minder leidenschaftliche, ältere Bruder. Dort machten sie eine konzeptionelle Pause ihrer bisherigen Schaffensweise und suchten einen gemeinsamen Weg, um Bilder zu kreieren, in denen die Handschrift von keinem der beiden zu erkennen sein würde. Daraus entstanden Arbeiten mit einer gemeinsamen Identität.

Die Bilder entstanden in einer Zeit, die die Brüder zusammen im Atelier verbrachten. Ein fast schon meditativer Prozess mit langen Gesprächen und vielen Skizzen liessen Momente entstehen, dessen Ergebnisse als erste Elemente auf der Leinwand erschienen. Sie malten grosse Leinwände, die Platz für mehr als eine gestalterische Idee boten. Sie verwendeten Ölfarbe, die es erlaubte abzuwägen, zu verändern und in mehreren Schichten zu malen. Ihre Arbeitsweise folgte einem halb automatisierten Prozess: Erste Handbewegungen mussten bescheiden sein, durften nicht die ganze Fläche beanspruchen. Sie sollten den Anfang eines Bildes darstellen und Raum für weitere Handgriffe lassen. Auf den ersten Schritt folgten Gespräche (selten handelten diese von dem, was sie machten) und Experimente, bis zu dem Punkt, an dem sie ihre Bestrebungen erkannten und wussten, wie das Bild zu vervollständigen ist, um es dann mit ihrem Stempel Gbc. zu kennzeichnen.

Die entstandenen Werke bewegen sich zwischen Figuration und Abstraktion. Themen wurden nicht direkt umgesetzt, sie waren vielmehr Ideen als Destillate eines Prozesses aus Gedanken und Zeit, die dann als Fragmente auf der Leinwand erschienen. Ein Segel durchquert die Arbeit N5 (2007), nahe am Auge des Betrachters, als ob die Arbeit die Landschaft eines vage in Erinnerung gebliebenen Traums wäre. In anderen Arbeiten, wie zum Beispiel Intro (2008), wurden die einzelnen Elemente im Zentrum der Leinwand angelegt, getrennt vom Räderwerk ihrer Phantasie, um Teil einer frischen, von den Brüdern neu komponierten Konzeption zu werden. Einige Arbeiten haben die Ästhetik der Pop Art der 1960er Jahre gemein, wie bei David Hockney, zum Beispiel. Andere wiederum sind näher mit Arbeiten von Künstlern verwandt, die heute als zeitgenössisch anerkannt sind, wie zum Beispiel Alex Katz oder Luc Tuymans. Ähnlichkeiten zu diesen Künstler liegen in einem optimistischen Licht, das in die Leinwand eintaucht und das Bild klärt. Hierbei geht es nicht nur um die stilistische Komponente, es ist vielmehr das Ergebnis einer Entschlossenheit, keine aufdringlichen Arbeiten zu produzieren. Man braucht Zeit, um die Bilder zu entdecken, sie enthüllen ihre Feinheiten nur nach und nach. In dieser Sammlung lässt sich ein unverkennbarer Stil nicht so schnell erkennen. Die Bilder sind vielmehr eine Dokumentation einer Zeit, in der die Brüder zum ersten Mal ihre Bestreben bewusst vereinten. Herumprobieren war Teil ihres Handlungsprozesses, während dem sie, metaphorisch gesprochen, aus den Augenwinkel beobachteten, um nicht das Potenzial ihres Unterfangens zu beherrschen oder zu unterdrücken. We like you zeigt gemeinsame Gene und unterschiedliche Erfahrungen, auf Leinwand miteinander verknüpft. Die Brüder sind nun dabei, eine zweite Sammlung zu entwickeln, die auf den gemachten Erfahrungen aufbaut. Diese Arbeiten werden mit verfeinerten Methoden entstehen, aber werden sie noch diese unverfälschte Spannung in sich tragen, die aus dem ersten, unbekannten Treffen zweier Intellekte entstanden ist?

Aoife Rosenmeyer
März, 2010
Übersetzung ins Deutsch
Cécile Maurer


 

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